Seidenschal | Reicher Hafen (1938) – Paul Klee
Abstrakte Motive und sparsame Farbakzente machen diesen dekorativen Seidenschal zum Blickfang.
Produktdetails
- Format: 172 x 32 cm (L/B)
- Material: 100% Seide
„Die Farbe hat mich. Ich brauche nicht nach ihr zu haschen. Sie hat mich für immer, ich weiß das. Das ist der glücklichen Stunde Sinn: Ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler.“ (Tagebuchaufzeichnung, 16.04.1914)
Der Maler und Grafiker Paul Klee prägte als Mitglied der einflussreichen expressionistischen Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ maßgeblich die Kunst des 20. Jahrhunderts.
Paul Klee wurde am 29. Juni 1879 in Münchenbuchsee geboren, verbrachte aber seine Kindheit in Berlin. Seine künstlerische Ausbildung begann bereits in frühen Jahren und wurde maßgeblich durch sein Elternhaus gefördert. Sein Vater unterrichtete ihn im Geigenspiel, seine Großmutter brachte Paul Klee das Zeichnen bei. Ein Leben lang begleiteten ihn die Kunst und die Musik und boten stets entscheidende Inspirationsquellen für seine Werke.
1898 entschied sich Klee für ein Kunststudium in München. Da ihn dieses allerdings nicht erfüllte, bildete er sich auf Reisen nach Italien und Frankreich selbst fort. Nachdem er 1906 seine Ehefrau Lily Stumpf heiratete und der gemeinsame Sohn Felix nur ein Jahr später zur Welt kam, entschied sich die Familie für ein zurückgezogenes Leben in München. Die unkonventionelle Aufgabenverteilung der Familie birgt einige Hinweise auf die künstlerische Ausrichtung Klees: Klee übernahm den Haushalt und die Kindererziehung, während Lily die Familie mit Klavierunterricht über Wasser hielt. Paul Klee zog stets Inspirationen aus der Entwicklung seines Sohnes, die seine Zeichnungen wesentlich beeinflusste.
Bis einschließlich 1914 griff Paul Klee nicht zum Farbkasten, seine Werke beschränkten sich ausschließlich auf grafische Zeichnungen sowie Radierungen. (So ließ er sich schon früh als Anhänger des Symbolismus beschreiben.) Die erste Ausstellung seines guten Freundes Wassily Kandinsky gab Klee den ersten Antrieb zur Farbe, an der zweiten Ausstellung des „Blauen Reiters“ nahm er selbst teil. 1916 erreichte er seinen künstlerischen Durchbruch mithilfe der „Sturm“-Galerie in Berlin und ab 1919 widmete er sich offiziell der Malerei.
Paul Klee wurde der Meister des Kombinierens getauft: In seinen Werken vermischte er spielerische Leichtigkeit mit tiefgründiger Abstraktion und intensiver Farbgestaltung – dabei inspirierten ihn zu jeder Zeit die Musik, Poesie und die Natur. Klee arbeitete mit feinen Linien, Rhythmus und komplexen Strukturen, um eine Brücke zwischen Gegenständlichem und Abstraktem zu schlagen. Zu seinen Hauptthemen zählten stets Emotionen. Hierbei spielte er mit Farben als autonomen Kräften. Der Maler betrachtete Farbe als eigenständige Energie mit eigener emotionaler und spiritueller Wirkung.
Zudem probierte sich Klee gerne aus, er experimentierte mit vielfältigen Techniken, dazu zählten Aquarell, Öl, Druckgrafik, Collagen und er entwickelte eigene Verfahren, um seinen Werken die gewünschte Wirkung zu verleihen.
Nach seiner durch die Machtergreifung Hitlers bedingten Flucht in die Schweiz kreierte Klee in der intensivsten Schaffungsperiode seiner Karriere über 2.000 Werke. Obwohl seine zunehmende Autoimmunerkrankung ihn teilweise Monate ans Bett fesselte, reagierte er darauf mit explosiver Kreativität und verfolgte die künstlerischen Strömungen seiner Zeit.
Paul Klee entwickelte eine eigenständige Position und schloss sich nie einer bestimmten Kunstbewegung an. Sein Denken und Schaffen inspirierte die nachfolgenden Generationen weltweit.
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